Geschichte der Wasserversorgung - Stadtwerke Wolfratshausen

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Geschichte der Wasserversorgung

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Geschichte der Wasserversorgung
Die zentrale Wasserversorgung ist heute etwas Selbstverständliches, obwohl der Wasserverbrauch pro Kopf um ein Vielfaches gestiegen ist. Die Stadt Wolfratshausen kann auch hinsichtlich der zentralen Wasserversorgung auf eine über 300-jährige Geschichte blicken. Die wichtigsten Etappen auf dem Weg zur unabhängigen Wasserversorgung finden Sie im nachstehenden historischen Abriss

16. und 17. Jahrhundert

In der Chronik der Stadt Wolfratshausen finden sich Urkunden aus dem 16. und 17. Jahrhundert, sog. "Wassergiltbriefe", in denen der Anschluss an die zentrale Wasserversorgung geregelt wird. Es gab nämlich schon damals eine zentrale, gemeindliche Wasserversorgung.

Das am Fuße des Berghanges reichlich vorhandene Quellwasser wurde in Becken aufgefangen und zu den Häusern und den vier Marktbrunnen geleitet. Diese fanden sich beim oberen Tor, wo die Johannisgasse in den Obermarkt einmündet, am Marienplatz vor der Pfarrkirche, beim "Brunnsallter" , jetzt Untermarkt 29 und beim "Biermühler" , freier Platz mit Brunnen beim Haus Untermarkt 55 - 57. Wer es sich leisten konnte, ließ sich das Wasser in hölzernen, später auch bleiernen Rohren ins eigene Haus leiten. Dafür mußte er, wie die Urkunde Nr. 26 vom Jahre 1561 zeigt, eine einmalige Anschlußgebühr von 22 Gulden und einen jährlichen Wasserzins von 1 Gulden an die Marktkammer zahlen. Im Jahre 1630 waren es 14 Hausbesitzer, hauptsächlich Bierbrauer, die Wasserzins an die Gemeinde entrichteten. In die Marktkasse flossen auch noch die Straf- und Bußgelder, die der Magistrat bei kleineren Vergehen einziehen.


1820 - 1863

Die nächste Kunde über eine gemeindliche Wasserversorgung kommt aus den Jahren 1820 / 1830.Wolfratshauser Brauereien, nämlich Besen-, Humpl-, Ochsen-, Hader- und Postbräu verlegen eine gemeinsame Wasserleitung. Sie wurde aus der "Schmidtmannquelle", oberhalb des Humpelbräus und einer weiteren Quelle beim Haderbräu (Birnmühl) gespeist.

Außerdem floss das Trinkwasser noch immer aus den 5 Brunnen am Berghang in dicken, hölzernen Rohren zu den Häusern im Markt.

Im Jahre 1863 wurden dann bereits eiserne Leitungsrohre verlegt.

1904-1907

In den Jahren 1904 - 1907 ließ der Magistrat eine zentrale Wasserversorgung neu planen und bauen. Am Wolfratshauser Berg wurde ein Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 250 m³ errichtet, der aus dem Quellgebiet Bolzwang gespeist wurde. Die Anlage war so klug geplant, dass die Versorgung des Marktes und die Füllung des Behälters durch den Höhenunterschied ohne Hilfe von Pumpen erfolgte. Das Versorgungsgebiet erstreckte sich über die heutige Altstadt: Bahnhofstraße, Sauerlacher Straße, Schießstättstraße bis zum Fichtenweg Hs-Nr.: 15.

Das Wolfratshauser Wasser kam seinerzeit sogar bis München, da die Dampflokomotiven der Isartalabahn hier in Wolfratshausen mit Wasser versorgt wurden.

1907-1942

Das Anwachsen der Bevölkerung von etwa 2.300 Einwohnern im Jahre 1907 auf rd. 3.800 im Jahre 1942 und der steigende Verbrauch an Wasser macht den Bau einer neuen Quellfassung am Untermarkt erforderlich. Dieser Brunnen bringt heute noch eine ständige Schüttung von ca. 25 l / s. Er wurde jedoch zwischenzeitlich vom Versorgungsnetz genommen.


1945-1954

Nachdem die Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg auf ca. 5.500 Einwohner gewachsen war, wurde 1954 ein Wasserhochbehälter mit 1.000 m³ Speichervolumen, nach den Plänen und unter der Bauleitung des damaligen Landratsamtes für Wasserversorgung und Gewässerschutz, dem heutigen Landesamt für Wasserwirtschaft, errichtet. Das stetige Weiterwachsen der Bevölkerung und der steigende Wasserverbrauch erforderten laufend die Erweiterung und Erneuerung der Versorgungsanlagen. Der ursprünglich tägliche Verbrauch pro Einwohner im Jahre 1907 von 30 bis 40 l Wasser, damals gab es nur wenige WC`s und Badewannen und noch keine Spül- und Waschmaschinen, ist heute einschließlich Gewerbe und Industrie bis auf 200 bis 250 l pro Tag und Einwohner gestiegen (und steigt trotz aller Bemühungen, Wasser zu sparen, weiter).

1967

Errichtung einer Rohrleitungsbrücke über den Loisach-Isar-Kanal im Jahre 1967, um das Waldramer Versorgungsnetz mit dem Wolfratshauser zu verbinden. Querschnittsvergrößerungen, Rohrnetzerweiterungen und -Erneuerungen bzw. die Modernisierung des vorhandenen Rohrnetzes schlossen sich an.

1976

Die Folge war 1976 die Errichtung eines neuen Wasserbehälters mit einer Kapazität von 3.000 m³ und einem Investitionsaufwand von insgesamt 1,36 Mio DM. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser war vorerst wieder gesichert, wobei etwa die Hälfte des gesamten Wasserbedarfs, nämlich ca. 1.600 - 1.800 m³ / Tag nach wie vor von der Stadt Geretsried bezogen werden mußte.

Der absinkende Grundwasserspiegel und das dringende Bedürfnis, auf eigenen Füßen zu stehen, waren für die Stadt Wolfratshausen der Anlaß, selbst auf Wassersuche zu gehen. Auch war von der Stadt Geretsried signalisiert worden, dass man es begrüßen würde, wenn Wolfratshausen den Wasserbezug einschränken oder ganz einstellen würde.

Daraufhin beauftragte der Werkausschuss das Bauamt im März 1977 die Möglichkeit einer Grund-wassererschließung in der Pupplinger Au zu untersuchen. Dazu ergänzend regten die Stadträte Gabriel und Kugler an, Quellen im Bereich des Burgholzes am Wolfratshauser Berg fassen zu lassen und für die Wasserversorgung zu nutzen.

Heute kann gesagt werden, dass zwar nicht aus den von den Herren Gabriel und Kugler genannten Quellen das Wasser für die Stadt sprudelt, dass ihr Vorschlag aber letztendlich dazu führt, dass die Wasserversorgung für die Stadt Wolfratshausen heute als gesichert angesehen werden kann.

1980-2000

Eine 1980 durchgeführte Erkundungsbohrung erschloß das in dieser Lage vermutlich einzige Grundwasservorkommen mit einem ausreichenden Wasserdargebot.

Auf die Erkundungsbohrung folgte 1982 die Hauptbohrung für den Tiefbrunnen I .Am 28. Februar 1983 war die Endteufe in einer Tiefe von 96 m erreicht. In einem Dauerpumpversuch konnte die Leistung von 50 l / s nachgewiesen werden.Die ursprüngliche Absicht, Versorgungsbrunnen in der Puppliner Au niederzubringen, wurde nun endgültig aufgegeben.

Nachdem die erforderlichen, wasserrechtlichen Verfahren durchgeführt waren, wurden die weiteren Arbeiten geplant und ausgeschrieben.Am 08. Juli 1986 konnten dann die Bauarbeiten in Auftrag gegeben werden.Im Juli 1987 wurde der Tiefbrunnen I in Betrieb genommen. Ein großer Schritt in Richtung eigene Wasserversorgung war getan.

Es fehlte aber die technische Reserve, d. h. die Möglichkeit, bei einer technischen Panne oder bei den in regelmäßigen Abständen durchzuführende Wartungs- und Reinigungsarbeiten die Wasser-versorgung aufrecht zu erhalten. Um diesem Mangel (endgültig) abzuhelfen, gab der Stadtrat 1988 weiter Probebohrungen in Auftrag und stellte die erforderlichen Haushaltsmittel bereit.

Nach einigen Fehlschlägen gelang im Juni 1989 ein Volltreffer. Die hier niedergebrachte Aufschlußbohrung war fündig geworden und ließ auf Grund der Pumpversuche auf ein Wasser-dargebot von mehr als 100 l / s schließen.

Der Stadtrat beschloß daraufhin die Hauptbohrung durchführen zu lassen und vergab im Anschuß daran die Bauleistungen für Brunnenvorschacht, hydraulische Ausrüstung, Rohrleitungsbau und Fernwirkanlage.

Im Zuge der notwendigen Schutzgebietsausweisung forderte das Landesamt für Wasserwirtschaft die Installation von 3 Grundwasserbeobachtungspegeln, die zusammen mit einem Gutachten über Fließrichtung und Einzugsbereich des Grundwassers in Auftrag gegeben wurden.

Die Stadt Wolfratshausen investierte für diesen letzten Bauabschnitt ca. 2,9 Mio DM. Zusammen mit den Ausgaben für den Tiefbrunnen I und dem Grunderwerb wurden seit 1983 5,3 Mio. DM aufgewendet.

Das Großprojekt "Sanierung der Wasserversorgung" ist fast fertig. Es begann strenggenommen mit der Errichtung einer Rohrleitungsbrücke über den Loisach-Isar-Kanal im Jahre 1967, um das Waldramer Versorgungsnetz mit dem Wolfratshauser zu verbinden. Querschnittsvergrößerungen, Rohrnetzerweiterungen und -Erneuerungen bzw. die Modernisierung des vorhandenen Rohrnetzes schlossen sich an.

Als letzte Maßnahme bleibt der Bau eines 2. Wasserbehälters um ein Speichervolumen von 5.000 m³ Wasser zu erhalten.Hierzu erteilten die Stadtwerke 1999 der Auftrag mit einem Gesamtauftragsvolumen in Höhe von 3,4 Mio. DM. Insgesamt wurden damit rd. 8,7 Mio.DM für die Wasserversorgung aufgewendet.

Mit Abschluss dieser Massnahme sollte auf lange Sicht die Versorgungssicherheit im Stadtgebiet gewährleistet sein. Die Verlegung einer zweiten Versorgungsleitung über das neue Gewerbegebiet schliesst den im Jahre 1976 eröffneten Kreis im wahrsten Sinne des Wortes.

 
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